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Neue OZ: Kommentar zu Corín Tellado

    Osnabrück (ots) - Gnädigere Zeiten

    Wenn auch nicht alle ihrer naserümpfenden Schriftsteller-Kollegen, so ist doch die Zeit Corín Tellado mächtig entgegengekommen. Überall wuchern Telenovelas aus den Fernsehkanälen - und finden derart auffällig Akzeptanz, dass sogar Urteile wie "Kitsch" und "Schmalz" fast altmodisch klingen. Ja, die Literatur hat wohl ihre großen Schlachten hinter sich gelassen gegen moralische Vorschriften und starre Normen. Hat die Freiheiten des Individuums bis in die hintersten Seelenwinkel durchdekliniert. Jetzt darf es ruhig wieder einfacher werden. Glück und Erfüllung sind nicht mehr allein die Domäne des Groschenromans.

    Deshalb hätte die Spanierin eigentlich zufriedener sein können mit ihrem Lebenswerk. Doch es sind die abfälligen Urteile wie "mittelmäßige Kiosk-Dame", die sie schmerzten. Obwohl doch Millionen von Menschen ähnlich dachten und fühlten wie sie. Heute geißeln wir das Leichte und etwas Seichte nicht mehr ganz so scharf wie vor Jahren und freuen uns über jeden, der überhaupt liest. Gewandelte Zeiten.

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