Deutscher Philologenverband

Pünktlich und ausgeschlafen per Vertrag?
Klare Vereinbarungen zwischen Schule und Eltern gefordert

Berlin (ots) - Moritz Freiherr Knigge (Buchautor, Unternehmensberater und Nachfahr von Adolph Freiherr Knigge) und Andreas Bartsch (Vorstandsmitglied des DPhV) plädieren in einem Gespräch in der neuen Ausgabe von "Profil" für einen partnerschaftlichen Vertrag zwischen Elternhaus und Schule.

Angesichts großer Erwartungen an die Lehrerinnen und Lehrer nahmen Bartsch und Knigge auch die Eltern in die Pflicht und skizzierten im Rahmen des Interviews die Idee einer intensiven Partnerschaft zwischen Elternhaus und Schule. "Ich stelle mir einen Vertrag vor, in dem Schule eine berechtigte Erwartungshaltung festschreibt, die damit beginnt, dass die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel gefrühstückt haben, ausgeschlafen und ordentlich angezogen zur Schule kommen und dass sie ihre Aufgaben am Nachmittag machen und dass Eltern auch zu Elternsprechtagen kommen und sich für den 'Job', den ihre Kinder da machen, interessieren", schlug Andreas Bartsch vor. Das sei eine Frage der Wertigkeit.

Auch Moritz Freiherr Knigge, der sich wie sein berühmter Vorfahr intensiv mit der Frage des gegenseitigen Respekts und des Umgangs miteinander beschäftigt, sprach sich für diese partnerschaftliche Idee aus. Er betonte jedoch, man dürfe mit einem solchen Vertrag nicht nur die Eltern erreichen, die sich ohnehin für ihre Kinder interessierten. "Ich denke, dass es in diesem Zusammenhang wichtig wäre, dass Schulen bspw. bereits beim 'Tag der offenen Tür' die eigenen Erwartungen im Hinblick auf gegenseitige Rechte und Pflichten zwischen Schule, Schülern und Eltern deutlich ansprechen. Denn Menschen wollen wissen, woran sie sind. Und da hilft beizeiten nur ein offenes Wort gegenüber denen, mit denen man ins Gespräch kommen und bleiben will."

Knigge warnte auch davor, von den Lehrerinnen und Lehrern zu erwarten, sie könnten alles reparieren, was in den Elternhäusern versäumt werde: "Es ist wohl tatsächlich so ein Tausendsassa-Anspruch. Lehrer sollen im Grunde genommen alles das, was in dieser Gesellschaft hoch und heilig ist, in ihrer Person verwirklichen. Und das ist natürlich ein absurder, ja unmenschlicher Anspruch." Genau deshalb sei es wichtig, das Miteinander von Schule und Gesellschaft zum Wohle der Schülerinnen und Schüler zu verstärken, ergänzte Bartsch: "Die Unterstützung aus dem Elternhaus muss wieder stärker in den Fokus rücken. Ein solcher Vertrag muss natürlich überprüfbar sein, sodass ich, wenn es nicht klappt, auch reagieren kann."

Das Gespräch zu Respekt und Umgangsformen zwischen Lehrern und Schülern ist in der aktuellen Ausgabe von "Profil", dem Mitgliedermagazin des DPhV, erschienen.

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