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WAZ: Kommentar von Tobias Blasius: Einflüsterung

    Essen (ots) - Wenn die EU-Kommission einige Werberegeln aus der Gründerzeit des Privatfernsehens lockern will, werden dies selbst Kritiker der gnadenlosen Kommerzialisierung schlucken. Wem es zu bunt oder zu blöd wird, kann immer noch den Ausschaltknopf betätigen. Anders verhält es sich mit der Schleichwerbung, neudeutsch: „Product Placement”. Dieser subtilen Form der Einflüsterung kann man nur schwer ausweichen. Hier soll auf EU- Geheiß die bewusst scharfe Grenze zwischen Programm und Reklame geschliffen werden. Zwar sollen Sponsoren im Vor- oder Abspann aufgelistet werden und die platzierten Produkte „nicht übermäßig im Vordergrund stehen”. In Zeiten des Zappens und des ungenierten Hineinschreibens von Autos, Cornflakes oder T-Shirts in Drehbücher bieten solche Vorschriften jedoch keine wirkliche Orientierung. Wenn Fernsehen erst einmal zur Dauerwerbesendung verkommt, leidet die Glaubwürdigkeit des ganzen Mediums.

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