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WAZ: Nothilfe für den Frieden - Kommentar von Thomas Mader zum Nobelpreis

Essen (ots) - Nie war ein Nobelpreis aktueller. Die Auszeichnung für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos soll die Friedensanstrengungen in seinem Land stützen - gerade in dem Augenblick, da eine knappe Mehrheit der wählenden Bevölkerung "Nein" sagt zu seinem Friedensplan, der einen 52-jährigen Bürgerkrieg beenden soll.

Noch ist nichts verloren, orakeln fünf weise Norweger, und hoffen, dass ihre Prophezeiung sich selbst erfüllen wird - durch die Kraft ihres mythisch aufgeladenen Nobelpreises. Das Komitee hat mit solchen Wetten schon daneben gelegen, zuletzt bei Obama. Aber der Preis für Santos ist ungleich besser platziert, nicht vorab, sondern exakt am Scheitelpunkt des Prozesses. Es ist die erste Nobelpreisvergabe in Echtzeit - und damit Ausdruck des Zeitgeistes: Frieden in Kolumbien, I like.

Santos wird persönlich ausgezeichnet. Denn nicht nur geopolitische Strukturen und Kosten-Nutzen-Erwägungen entscheiden über Krieg und Frieden. Irland, Südafrika, hoffentlich auch Kolumbien: Jeder Frieden braucht Menschen, die gegen große strukturelle Widerstände ihre Hand ausstrecken. Es klingt so einfach. Es ist so schwer. Es ist in höchstem Maße anerkennenswert.

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