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11.11.2015 – 20:00

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: RWE streitet mit langjährigem Partner über Steinkohlekraftwerk

Essen (ots)

Der Essener Energiekonzern RWE hat Streit mit dem langjährigen Geschäftspartner Steag. Hintergrund sind Pläne von RWE zur Stilllegung von zwei Blöcken des Steinkohlekraftwerks am nordrhein-westfälischen Standort Voerde, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ, Donnerstagausgabe) berichtet.

"Wir werden uns gegen das Stilllegungsverlangen von RWE wehren", sagte Steag-Kommunikationschefin Frauke Riva der WAZ. RWE habe die Steag dazu aufgefordert, zwei Blöcke des Gemeinschaftskraftwerks spätestens Ende September nächsten Jahres stillzulegen. "Wir bewerten das als einen unfreundlichen Akt", fügte die Steag-Sprecherin hinzu.

Am betroffenen Standort am Rhein betreibt die Steag die Steinkohlekraftwerke "West" mit den Blöcken 1 und 2 sowie "Voerde" mit den Blöcken A und B. Die Blöcke des Kraftwerks "Voerde" gehören einer Gesellschaft, an der die Steag mit 75 Prozent und RWE mit 25 Prozent beteiligt sind. "West" und "Voerde" verfügen über eine Leistung von jeweils rund 750 Megawatt. Den Strom von Voerde vermarktet RWE. Im Gegenzug zahlt RWE der Steag Betriebsführungskosten, übernimmt also die Kosten für die Mitarbeiter und Investitionen.

Nun bringt RWE bei der Steag das Aus für die Blöcke A und B ins Gespräch. "Wir haben RWE dazu aufgefordert, das Schreiben zurückzuziehen. Das hat RWE nicht getan und deshalb haben wir uns an das Bundeskartellamt gewandt", sagte die Steag-Sprecherin. "Von einer Stilllegung des Kraftwerks Voerde wären mehr als 300 Beschäftigte betroffen."

RWE verwies auf Anfrage der WAZ auf die "sehr schwierige" wirtschaftliche Situation des Steinkohlekraftwerks aufgrund der "extrem niedrigen" Stromgroßhandelspreise. "Ein wirtschaftlicher Schaden hieraus entsteht im Falle Voerde allein bei RWE, da RWE das alleinige Strombezugsrecht für die gesamte Kraftwerksproduktion hat", erklärte der Essener Energiekonzern. Die Einstellung der Stromproduktion sei allerdings "nur eine Option, die wirtschaftlich unbefriedigende Situation zu beenden".

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