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WAZ: Es sind doch bloß Geräte! Kommentar von Jens Dirksen zum Handy-Stress

Essen (ots) - Smartphones sind erheblich kleiner als Atomkraftwerke, für die meisten von uns aber erheblich schwerer abzuschalten. Sie helfen uns, Zeit zu sparen - die wir dann meist am Smartphone verbringen. Zum Zeitvertreib. Vor allem aber haben diese Geräte - wie schon Telegrafen und Festnetz-Telefone vor ihnen - den Takt der Zivilisation immer weiter beschleunigt. Und den Herzschlag unseres Alltags gleich mit. Doch die Ursache für den Bluthochdruck der Gesellschaft ist ja nicht das Gerät selbst. Sondern ihre grundlegenden Prinzipien von ständiger Optimierung und Konkurrenz. Wer sein Smartphone abschaltet, tut das mit dem Gefühl, sich auszuklinken. Das Wort vom "Glück der Unerreichbarkeit" hat eine Burn-Out-Patientin geprägt. Der Rhythmus von Arbeit und Ruhezeiten scheint uns heute ein Produkt der modernen Industriegesellschaft und ihres Acht-Stunden-Tages mit garantierten Urlaubszeiten. Wer darauf pocht, wirkt allerdings ein bisschen altmodisch, unflexibel. Aber vielleicht hatte es doch seinen guten Grund, dass der liebe Herrgott nach dem sechsten Tag erst mal Feierabend gemacht hat.

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