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WAZ: Das Verlangen nach Gerechtigkeit. Kommentar von Frank Preuß zu Loveparade

Essen (ots) - Der Medienrummel war riesig, und das überrascht nicht: Im Duisburger Gericht galt es gestern, Zeuge des ersten Richterspruchs zur Loveparade-Tragödie zu sein. Ob es einen Strafprozess geben wird, ist immer noch unbeantwortet, da kommt einem Zivilverfahren überdimensionale Aufmerksamkeit zu. Das Ergebnis verwundert nicht. Selbst wenn man dem Feuerwehrmann glaubt, dass der Einsatz ihn traumatisiert habe: Es ist das Risiko seines Berufes. Klingt zynisch, das Recht aber ist eine Angelegenheit kühlen Verstandes und nicht heißen Herzens. So muss es immer sein, auch wenn es unserem Gerechtigkeitssinn zuweilen zuwider läuft. Das ist keine Vorentscheidung für weitere Zivilprozesse, es klagen auch unmittelbar Betroffene. Ihre Aussichten sind im Grundsatz besser, und es wäre bitter, wenn sie neben erlittenem Leid noch eine Gerichtsniederlage verdauen müssten. Aber ob sie mit ihren Forderungen durchkommen, ist trotzdem offen. So groß das Verlangen danach ist, dass endlich jemand zur Rechenschaft gezogen wird für diesen Wahnsinn: So leicht wird dieser Wunsch nicht zu befriedigen sein.

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