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WAZ: Es geht um die Wurst. Kommentar von Gerd Heidecke zu Lebensmittelpreisen

Essen (ots) - Die Sicherheit von Lebensmitteln aus Deutschland ist sicher nicht akut dadurch gefährdet, dass die wenigen großen Handelsketten den Erzeugern immer geringere Preise abpressen wollen. Aus gutem Grund stehen immer noch Chinesen morgens vor der Eröffnung bei Drogeriemärkten an, um Milchpulverpakete für den Versand in ihre Heimat zu hamstern, wo skrupellose Firmen in der Vergangenheit Babynahrung mit Gift gestreckt haben. Trotzdem ist die Befürchtung von Verbraucherschützern berechtigt, dass Minimalmargen für Landwirte und Nahrungsmittelhersteller auf Dauer die Einhaltung der hohen Qualitätsstandards aushöhlen. Es gibt bereits Opfer des Preisdrucks in der Produktion: die Tiere in der industrialisierten Massenhaltung, daneben die Natur und auch die Vielfalt. Was nicht ins durchrationalisierte Turbokonzept passt, lohnt sich nicht und wird ausgemerzt. Doch machen wir uns nichts vor: Die Macht zum Wandel hat nur der Verbraucher. Aber die Politik muss ihm mit besseren Deklarierungen helfen, nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel zu erkennen, für die es sich lohnt, auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

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