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WAZ: Städte fordern Komplettverbot von Geldspielgeräten in Gaststätten

Essen (ots) - Der Deutsche Städtetag fordert von der Bundesregierung ein entschiedeneres Vorgehen zur Eindämmung der Spielsucht. Notwendig sei ein konsequentes Verbot von Geldspielgeräten in Gaststätten, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes, Helmut Dedy, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgabe). Er übte damit auch Kritik am Entwurf einer neuen Spielverordnung, den das Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt hat. Darin würden längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Jugend- und Spielerschutz nachhaltig zu verbessern, monierte Dedy.

Das Wirtschaftsministerium will mit der Novelle die Auflagen für die Branche verschärfen und unter anderem Geldspielautomaten bleiben aber auch in Gaststätten erlaubt - ihre zulässige Höchstzahl dort soll jedoch von drei auf zwei reduziert werden. Zugleich will Minister Sigmar Gabriel (SPD) das so genannte Punktespiel verbieten, das in vielen Automaten installiert ist; dabei wird der eingeworfene Geldbetrag sofort in Punkte umgewandelt, gesetzliche Höchstgrenzen etwa zum Höchsteinsatz oder Maximalverlust werden umgangen. Der Städtetag begrüßte zwar die Änderungen. Doch Dedy sagte, ein komplettes Verbot von Geldspielgeräten in Gaststätten "wäre ein klares Signal gewesen, dass es der Bundesregierung ernst ist mit der Bekämpfung der Spielsucht".

Nach Angaben der Drogen- und Suchtbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), nimmt die Zahl der Spielsüchtigen weiter zu. Eine besondere Gefahr stellten gewerbliche Spielautomaten dar, die gut zugänglich seien und außerhalb von Spielbanken auch nicht als Glücksspiel gelten würden, sagte sie den Zeitungen. Vor allem junge Migranten und Arbeitslose seien beim Automatenspiel mit Gewinnmöglichkeit gefährdet: Sie verlören häufig die Kontrolle über ihre Spielleidenschaft, wie die zunehmende Hilfesuche von Betroffenen in Beratungsstellen und Suchteinrichtungen zeige.

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