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WAZ: Ein Kabinett nach Merkels Geschmack - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Da ist es Angela Merkel nach glanzlosen Koalitionsverhandlungen doch noch gelungen, ein Sternchen am Kabinettshimmel leuchten zu lassen. Mit Ursula von der Leyen als erster Frau auf dem Posten des Verteidigungsministers ist mehr verbunden als eine bloße Personalie: Macht sie den Job gut als oberste Dienstherrin der Soldaten, ist von der Leyen dereinst gewiss eine Kandidatin fürs Kanzleramt. Das sperrige Ministerium ist eine Bewährungsprobe. Und für Merkel fällt dabei der angenehme Effekt ab, dass von der Leyen vor lauter Arbeit kaum auf die Idee verfallen dürfte, ihrer Chefin ins Handwerk zu pfuschen, wie sie das schon mal als Arbeitsministerin tat.

Und die SPD? Hier konzentriert sich das Augenmerk auf den Chef selbst. Sigmar Gabriel hat den anspruchsvollsten Ministerposten als Zuständiger für Wirtschaft und Energie. Das ist mutig, denn bei der Reparatur der verkorksten Energiewende gibt es mehr zu verlieren als zu gewinnen. Gabriel übernimmt Verantwortung. Auch das ist für die machtpolitisch gewiefte Merkel ein Gewinn: Für parteipolitische Mätzchen ist da kein Raum, schon gar nicht, wenn Strompreise steigen.

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