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12.11.2013 – 19:12

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Gabriels doppelte Taktik. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots)

Mit der plötzlichen Öffnung der SPD in Richtung Linkspartei zielt Parteichef Sigmar Gabriel auf einen doppelten Effekt. Kurzfristig geht es darum, den SPD-Linken sowie großen Teilen der Basis, die schon diesmal lieber mit der Linkspartei verhandelt hätten, die Zustimmung zu der ungeliebten Koalition mit der Merkel-CDU zu erleichtern. Motto: 2017 werden die Karten neu gemischt. Tatsächlich eröffnet Gabriel langfristig der SPD eine neue Machtperspektive: Rot-Rot-Grün. Wie realistisch diese Option allerdings in vier Jahren sein wird, ist nicht ausgemacht. Zwar dürfte die Reizfigur Oskar Lafontaine dann in der Linkspartei keine große Rolle mehr spielen; ob die Linke es aber bis dahin schafft, sich von manchen unrealistischen bis absurden Positionen in der Sozial-, Verteidigungs- oder Europapolitik zu trennen, muss sich erst zeigen. Die Öffnung nach links ist für die SPD vor allem ein taktischer Schritt. Es wird spannend sein zu beobachten, was die Kehrtwende politisch mit der Partei macht. Ein inhaltlicher Linksruck würde Schwarz-Rot schwieriger machen.

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