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WAZ: Grauer Markt. Kommentar von Wilfried Goebels

Essen (ots) - Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Familienministerin Schäfer will die Qualität der Kindertagespflege steigern, indem sie die Pflegeerlaubnis für Tagesmütter ausnahmslos auf fünf Kinder beschränkt. Die Idee: Ganztagskinder lassen sich besser fördern als häufig wechselnde Teilzeitkinder. Das Problem: Die Flexibilität für Eltern bleibt auf der Strecke, die ihre Kinder nur 15 Wochenstunden betreut sehen wollen.

Ein Verbot des bisherigen "Platz-Sharings" wird eine Fülle schwarzer Beschäftigungsverhältnisse auslösen. Eltern, die nur 10 Stunden Betreuung nachfragen, werden nicht bereit sein, für 25, 35 oder 45 Stunden zu zahlen. Das Gesetz fördert den grauen Markt für illegale Tagesmütter.

Gerade der Bedarf an Tagesmüttern für Ein- bis Dreijährige steigt kräftig an. In der Regel wollen diese Mütter keine Vollzeitbelegung. Aber was dann? Bei einer Begrenzung der Verträge auf fünf Kinder ist die Tagesmutter finanziell auf Kinder mit hohen Stundenkontingenten angewiesen. Müssen auch Tagesmütter künftig zum wirtschaftlichen Überleben gezielt Plätze an Ganztagskinder vergeben, stehen ihr alternatives Geschäftsmodell und die Flexibilität auf der Kippe.

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