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WAZ: Gewalt gegen Christen - Kommentar von Martin Gehlen

Essen (ots) - Nach den Gläubigen im Irak steht nun auch die Jahrtausende alte orthodoxe Kirche entlang des Nils im Visier der selbsternannten Gotteskrieger. Mit ihren Verbrechen im Namen Allahs wollen sie vorhandene Spannungen zwischen den religiösen Volksgruppen anheizen, um diese in einen offenen Kampf gegeneinander zu treiben und ihre Staaten bis ins Mark zu erschüttern. In Ägypten könnte diese zynische Rechnung schon bald aufgehen. Das Terrornetzwerk El Kaida hatte Anschläge in der Vorweihnachtszeit angekündigt. Und Weihnachten feiern die Kopten erst am 7. Januar. Ohne Zweifel, die Reibereien zwischen Muslimen und Christen haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Beide Seiten werden immer reizbarer. Noch vor kurzem undenkbar - inzwischen skandieren Muslime nach Freitagsgebeten anti-christliche Parolen. Und so fühlen sich die Christen als religiöse Minderheit zunehmend bedrängt. Doch was sich jetzt in Alexandria zugetragen hat, hat eine ganz neue Dimension. Staatschef Mubarak scheint zu ahnen, was seiner Heimat blühen könnte. Indirekt räumte er jetzt ein, dass nach der Terrorserie der 90er-Jahre vielleicht eine neue Terrorwelle auf das Land zurollt. Unwahrscheinlich ist das nicht.

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