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WAZ: Otze und seine Nachfahren. Kommentar von Ralf Birkhan

Essen (ots) - Der frühere Reck-Weltmeister Eberhard Gienger hat den Gienger-Salto erfunden, der schwedische Ski-Springer Jan Boklöv den V-Stil und Frank Ordenewitz den freiwilligen Platzverweis.

Fußball-Fans kennen die Geschichte. "Mach et, Otze", sagte sein Trainer Erich Rutemöller vom 1. FC Köln 1991 im Pokalhalbfinale gegen den MSV Duisburg. Ordenewitz hatte "Gelb" gesehen, wäre damit im Finale gesperrt gewesen und provozierte rasch die Rote Karte, um die Sperre nach den damaligen Regeln in einem Bundesligaspiel vor dem Finale absitzen zu können.

Die Real-Stars Xabi Alonso und Sergio Ramos sind mit ihren Platzverweisen also seine Nachfahren. Wer das positiv sehen will: Nach der 4:0-Führung von Real Madrid bei Ajax Amsterdam war die Partie längst entschieden, als die beiden Platzverweise bei den Zuschauern noch einmal für Aufregung und Unterhaltung sorgten. Nicht zuletzt davon lebt der Fußball.

Wer es negativ sehen will: Die Aktion ist nicht verboten, aber natürlich werden Xabi Alonso und Sergio Ramos dafür nicht mal in die Nähe eines Fairplay-Preises kommen.

Auch Ordenewitz wurde mit seiner Aktion nicht glücklich. Zwar hatte Köln das Halbfinale gegen den MSV 3:0 gewonnen, verlor aber das Endspiel im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen. Ohne Ordenewitz, denn der war nachträglich für das Finale gesperrt worden. Wenn man also an dieser Stelle einen Rat geben darf, dann diesen: Lasst et!

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