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WAZ: Nur Reförmchen. Kommentar von Sibylle Raudies

Essen (ots) - Revolution geht anders. Die rot-grüne Landesregierung hat im Schulbereich drei Änderungen angeboten: versuchsweise Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9), Wiedereinführung der Grundschulbezirke und Gründung von Gemeinschaftsschulen. Bei keinem der drei Angebote gibt es bisher eine nennenswerte Nachfrage.

Die Aufhebung der Grundschulbezirke wird vor Ort dank einfacherer Planung heute eher positiv bewertet. Da hat sich Rot-Grün gründlich verschätzt. Die Rückkehr zu G9 ist für die Schulen kein Thema, weil sie Planungssicherheit wollen und die Rolle rückwärts fürchten. Grundschuleltern, deren Kinder G9 beträfe, wurden nicht gefragt.

Und bei der Gemeinschaftsschule? Da sind es vor allem ländliche Kommunen, oft unter CDU-Führung, die schon in den Startlöchern stehen. Aus ganz praktischen Gründen: Sie hätten sonst keine weiterführende Schule mehr vor Ort. Da zählen Elternwünsche mehr als ideologische Bedenken.

In Großstädten gibt es (noch) weniger praktische Zwänge. Deshalb will man sich hier Zeit nehmen für eine gründliche Planung. Damit das neue Modell überhaupt funktionieren kann. Und das ist gut so. Denn was übereilte Reformen anrichten können, hat der allzu holprige Start von G8 gezeigt.

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