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WAZ: Horror und Heilige. Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Eigentlich ist das Ende-Oktober-Wetter zu trübe, der Reformationstag zu dröge und Allerheiligen zu ernst, um richtig Spaß am Herbst zu finden. Etwa nicht?

Zum Glück haben die Amerikaner das "Halloween" mehr oder minder keltischen Ursprungs von den Iren übernommen und zum schrill-schrägen Fest ausgebaut, bevor es von dort wie zuvor Coca Cola und Fast Food nach Europa kam und sich sodann auch in Deutschland etablierte. Seither ist Halloween zu einem Spaß- und Wirtschaftsfaktor geworden, was man an den Totenkopfmasken, Kunststoff-Skeletten, Tanzpartys, Horrorfilm-Wiederholungen ("Halloween", Teil 1 bis x) sowie verkaufsoffenen Sonntagen erkennt.

Was man nicht mehr erkennt, ist der Geist des Reformationstags, der ja Geburtstag des Protestantismus gewesen ist. Ebenso verblasst, dass Katholiken ihrer Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedenken.

Nun sollte sich niemand als Spaßbremse bemühen; dafür ist das moderne Leben zu bunt und hat seine eigenen Regeln. Auch sollte man nicht Frömmigkeit heucheln, dafür sind die Kirchen zu leer. Doch wäre es gut, über den Kürbis- und Alkoholzauber nicht zu vergessen: Unsere christliche Gesellschaft hat Fundament und Tradition. Sich daran zu erinnern und sich dazu zu bekennen, ist auch heute noch erlaubt.

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