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WAZ: Kranke Männer - Kommentar von Julia Emmrich

Essen (ots) - Hier schreibt eine Frau über Männergesundheit. Da fängt das Problem schon an. Denn Frauen kriegen das meistens etwas besser hin - gesundes Essen, weniger Al-kohol und genug Schlaf. Sie sehen zumindest ihren Frauenarzt regelmäßig und holen sich im Zweifelsfall auch eher Hilfe, wenn die Seele schmerzt. Und sie sind es auch, die seit Jahren auf Ehemänner, Freunde, Väter einreden: "Treib' keinen Raubbau mit deinem Körper!" Es ist ja nicht so, als hörten sie nicht zu. Studien zeigen immerhin, dass glücklich verheiratete Männer gesünder leben als Alleinstehende. Und viele Jüngere achten inzwischen auch von selbst auf ihren Körper - und zwar noch bevor sie mit Mitte 40 den ersten Schuss vor den Bug bekommen. Man darf nur eines nicht vergessen: Das hilft alles nicht viel, wenn die Ursache für den Raubbau nicht aus der Welt zu schaffen ist: Der Hang (und der Zwang!) zur Selbstausbeutung. Wer zehn Stunden in der Firma unter Stress steht, schlingt mittags ein halbes Hähnchen und abends drei Entspannungs-Pils in sich hinein und hat kein bisschen Lust, bei der Vorsorge zu hören, wie mies seine Werte sind - und was daraus folgt. Genau. Es wäre das nächste Stressthema. Baustelle Job, Baustelle Körper. Mann, oh, Mann. Aber, meine Herren, wir Frauen werden weiter warnen und mahnen und auf Sie einreden. Wir wollen schließlich mit Ihnen alt werden!

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