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WAZ: Brüderle und das Begrüßungsgeld - Strohfeuer. Kommentar von Rolf Potthoff

Essen (ots) - Jede Woche ein "Brüderle", so bringt man sich ins / bleibt man im Gespräch. Inzwischen aber hat sich der Wirtschaftsminister an Zurückweisungen gewöhnen müssen, so war es bei der Rentenkürzungs-Idee, so ist es bei der Idee, ausländische Fachkräfte per Begrüßungstaler anzulocken. Experten und Kanzlerin schütteln nur den Kopf. Zu Recht.

Warum zu Recht? Weil erst vor eineinhalb Jahren die Zuwanderung für hochqualifizierte Auslandskräfte erleichtert worden ist. Weil Deutschland trotz allerlei Statistik-Künsteleien noch immer weit mehr als drei Millionen Arbeitslose zählt (Wer will wem denn weismachen, dass in diesem Heer nicht genügend Facharbeitskräfte bzw. Talente zu finden wären, um aktuellem Kräftemangel zu begegnen?). Weil es nicht Aufgabe der Politik ist, Arbeitskräftebeschaffer für Unternehmen zu spielen, denen es zu teuer oder zu unbequem ist, eigenen Nachwuchs zu fördern.

Strohfeuerideen sind kein Ersatz für solide Politik. Politisch solide handeln heißt, den Rahmen für mehr Bildung, mehr Qualifizierung, mehr Schul- und Ausbildungsabschlüsse zu schaffen - das wäre eine stabile Basis gegen künftigen Fachkräftemangel. Und das ist die Politik im Übrigen auch losgelöst von Arbeitsmarktzwängen den jungen Menschen schuldig, die heute noch chancenlos sind.

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