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WAZ: Mächtiger Missbrauch - Kommentar von Sabine Brendel

Essen (ots) - Wo viel Macht ist, da droht viel Missbrauch. Das ist nicht nur in der Politik oder der Kirche so, sondern auch in der Wirtschaft. Zum Beispiel, wenn sich große Hersteller einer Branche zusammensetzen und heimlich Preise absprechen. Oder Druck auf weniger mächtige Mitspieler ausüben, um die gewünschten Preise durchzudrücken. Das nämlich treibt ihre Gewinnspannen in die Höhe - zu Lasten der Geldbeutel der Verbraucher. Wie häufig so etwas passiert, weiß niemand - längst nicht jeder Missbrauch der Marktmacht wird aufgedeckt. Zwar gibt es in Deutschland und auf EU-Ebene Kartellwächter. Doch die erfahren natürlich längst nicht alles, was Konzerne im Geheimen vereinbaren und machen. Die Wettbewerbshüter sind also auch angewiesen auf Mitspieler, die die Mächtigen verpfeifen, um eine geringere oder keine Strafe zu erhalten. Letzten Endes profitieren davon die Verbraucher - sie müssen keine ungerechtfertigt hohen abgesprochenen Preise für betroffene Produkte mehr zahlen. Eine Kartellbehörde ist also einer der besten Verbraucherschützer - dafür muss sie allerdings auch ausreichend Mitarbeiter haben.

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