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WAZ: Ein Weltrekord in der Krise. Kommentar von Klaus Wille

Essen (ots) - Es ist ja nicht so, als stünde es besonders gut um das deutsche Eishockey. Nach vier Jahren geht der einstige Weltklasse-Verteidiger Uwe Krupp in seine vermutlich letzte WM als Bundestrainer. Krupp klingt amtsmüde, und das liegt neben privaten Sorgen um seine schwer erkrankte Ehefrau auch an den endlosen Debatten zwischem dem Deutschen Eishockey-Bund, der für die Nationalmannschaft zuständig ist, und der Deutschen Eishockey-Liga, die ihr eigenes Wohl im Auge hat.

Dabei geht es wieder und wieder um den Stellenwert der Nationalmannschaft, um die Zahl der Ausländerplätze in den Vereinen, um die Möglichkeit, das Team vor großen Turnieren ausreichend vorbereiten zu können. Ganz so, als könne sich das deutsche Eishockey, sportlich seit längerem nur noch zweitklassig und im Fernsehen in Spartenkanäle abgeschoben, diese Kontroverse leisten.

Nun soll die WM alles richten, obwohl Deutschland nur dabei ist, weil es als Ausrichter automatisch qualifiziert ist. Aber selbst diese WM brauchte ein eigenes Zugpferd zum Auftakt: Der Zuschauer-Weltrekord in der Schalker Arena sichert die Schlagzeilen, die man sonst nicht bekommen hätte. Ob er ausreicht, das deutsche Team durchs Turnier zu tragen: fraglich. Ob die WM über ihr Ende hinaus das deutsche Eishockey anschieben kann? Man hofft es. Allein, es fehlt der Glaube.

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