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WAZ: Großdemo gegen die Atomkraft - Das Ende der Brücke. Kommentar von Jürgen Polzin

Essen (ots) - Eine Menschenkette gegen die Atomkraft, über 120 Kilometer lang - das waren die Bilder, die sich die Anti-AKW-Bewegung gewünscht hatte. Und mittendrin sonnten sich Politiker von SPD und Grünen, die gegen die Atompläne von Union und FDP Stimmung machten. Welch Heuchelei.

Keine Regierung, egal in welcher Konstellation, hat es in den vergangenen 20 Jahren geschafft, ein stimmiges Energiekonzept auf den Weg zu bringen. Vier Bundesregierungen und zehn Legislaturperioden reichten nicht aus, ein Endlager für hochradioaktiven Müll zu finden. Ideologie hat den Konflikt geschürt. So blieb die Atomkraft, was sie immer war: die umstrittenste Form der Energieerzeugung.

Die Politik verschob Entscheidungen, weil sie Stimmen wollte und Stimmungen scheute. Doch der große Umbau in der Energieversorgung lässt dieser Politik des Zauderns keine Zeit. Intelligente Stromnetze, Speichertechnik, Hochseewindparks - sie erfordern Investitionssicherheit. Die Atomkraft ist eine Risiko-Technologie, sie bremst den Strom aus den neuen, erneuerbaren Energiequellen aus. Doch wenn die Kernenergie als Übergang gebraucht wird, dann muss die Politik endlich sagen, wo diese Brücke endet.

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