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WAZ: Die Stimmen der Opfer. Kommentar von Jens Dirksen

    Essen (ots) - Weder Deutschland noch Rumänien haben den Nobelpreis bekommen, sondern ihre Bücher, sagt Herta Müller. Geehrt wurde in Stockholm eine Literatur, die zum Überlebensmittel taugte. Ins Schreiben, im Schreiben rettete sich ein Ich, das vielfach bedroht war: Von der stickigen Enge der Siebenbürgersachsen-Welt zunächst, und dann um so viel mehr vom Geheimdienst-Terror der Securitate. Schreiben, um nicht verrückt zu werden, irre an sich und der Welt. So wurden ihre Bücher zu Zeugen jener Opfer, deren Nationalität schon keine Rolle mehr spielt, weil es sie in allen Ländern des Ostblocks gab. Herta Müllers Bücher werden ihre Stimme bleiben.

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