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WAZ: Neues aus dem Endlager - Kommentar von Gerd Heidecke

    Essen (ots) - RWE-Schwergewicht Jürgen Großmann stellt Maximalforderungen auf, wenn er Laufzeiten für Kernkraftwerke von 80 Jahren ins Spiel bringt und die Abfallfrage mit dem Handrücken vom Diskussionstisch wischt: alles kein Problem. Ein bisschen Gorleben weitererkunden, und in den USA gebe es ja auch kein Endlager für radioaktiven Abfall, erklärte der Poltergeist der Energiewirtschaft ungerührt vor Journalisten in der Analysten-Hochburg Frankfurt. Acht Jahrzehnte! Die Entrüstung der fundamentalistischen wie der gemäßigten Anti-Kernkraft-Kräfte in der deutschen Gesellschaft nimmt Großmann billigend in Kauf. Schließlich geht es um Milliarden. Allein RWE hat im vergangenen Jahr mit seiner Kernkraftsparte 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Bei Laufzeitverlängerungen kann es noch viel mehr werden. Wieviel Prozent davon die Atomstromproduzenten im Gegenzug abgeben wollen, ist die entscheidende Frage im Politpoker mit Schwarz-Gelb. 45 Prozent? Oder 55? Es gibt aber etwas, das sich mit Geld nicht bezahlen lässt: gesellschaftlicher Konsens. Merkel weiß das, Großmann wird es lernen.

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