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WAZ: Schutz vor Großkonzernen - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Es ist erstaunlich, welch' ungläubiges Staunen es bei manchen Zeitgenossen hervorruft, wenn sich Schwarz-Gelb für ein scharfes Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen ausspricht. Eine funktionierende Marktwirtschaft ist weder ein Naturprodukt noch ein Selbstläufer. Vielmehr neigen die Verantwortlichen in Unternehmen dazu, sich mit möglichst wenig Wettbewerb ein ruhiges Dasein mit hohen Gewinnen zu organisieren. Monopole und Preisabsprachen in Kartellen sind die Folge, wenn der Staat dem Markt keine Ordnung gibt. Die Väter der Marktwirtschaft, die Ordoliberalen um Walter Eucken, erkannten das schon in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen und das Kartellamt sind wesentliche Elemente der sozialen Marktwirtschaft. Dass der Staat auch die Möglichkeit haben muss, allzu riesig gewachsene Konzerne zu entflechten, ist pure Selbstverständlichkeit. Erst recht nach den Erfahrungen dieser Finanzkrise. Unternehmen, vor allem Banken, sollten nicht so groß werden dürfen, dass der Staat sie auf Kosten der Allgemeinheit retten muss.

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