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WAZ: Gaspreise in Deutschland - Kundenmacht - Leitartikel von Sabine Brendel

    Essen (ots) - Den Gasmarkt in Deutschland teilten sich wenige Konzerne jahrzehntelang untereinander auf. Von Wettbewerb keine Spur. Gut für Versorger, schlecht für Verbraucher. Erst mit der Liberalisierung Ende der 1990er auf Druck der EU sollten Rivalen Zugang zum Gasmarkt erhalten - theoretisch. Im Vergleich zum ebenfalls liberalisierten Strommarkt ist die Zahl der Gas-Anbieter in Deutschland gering. Ein richtiger Wettbewerb, von dem alle Verbraucher überall profitieren können, sieht anders aus. Um das zu ändern, üben die Kartellwächter in Deutschland und auf EU-Ebene Druck auf die deutschen Gasnetz-Betreiber aus. Davon zeugen diverse Verfahren. Erst Anfang Juli brummte die EU-Kommission der Eon-Tochter Eon Ruhrgas eine Rekord-Kartellstrafe über 553 Millionen Euro auf. Doch nicht nur die Wettbewerbshüter sind gefragt. Auch die Verbraucher müssen ran. Bisher wechselten nur sieben Prozent ihren Gas-Anbieter. Für Kunden gilt aber: Nur Meckern ist zu wenig. Wer meint, seine Gasrechnung sei zu hoch, sollte sich einen anderen Anbieter suchen. Denn Kunden, mit denen Versorger viel Geld verdienen, haben Macht. Diese Macht sollten sie die Konzerne ruhig spüren lassen.

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