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WAZ: Comebacks - Liebesentzug schmerzt. Kommentar von Frank Preuß

    Essen (ots) - Wenn das Scheinwerferlicht erloschen ist, beginnt die große Leere. Was nun? Das Unaussprechliche wagen und ein so genanntes normales Leben führen? Das tun, was andere auch tun? Dazu braucht man offenbar mehr Kraft als zum Training für ein Comeback im Sport oder im Showgeschäft. Das Loslassen können können viele nicht. Andererseits: Will man ihnen das vorwerfen, sofern sie uns nicht mit blumigen Erklärungen benebeln? Es gibt kein durchgängiges Motiv für jene, die wieder in den Ring klettern, in den Rennwagen steigen oder auf die Bühne gehen. Die einen langweilen sich zuhause, andere wollen das Geld, und manche brauchen es, weil sie sich irgendwann einmal verzockt haben. Aber der plötzliche Liebesentzug der Öffentlichkeit schafft sie alle. Das Schmerzempfinden dem eigenen Auftritt gegenüber ist dabei nicht besonders ausgeprägt, die Sorge mehr zu verlieren, als man je gewonnen hat, belastet die Wiederkehrer augenscheinlich nicht. Entsprechend oft werden wir Zeugen kapitaler Fehleinschätzungen, erst recht bei jenen, die verzweifelt in fremden Metiers wildern. Mitleid verbietet sich freilich. Denn sie wissen ja, was sie tun.

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