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WAZ: Jelinek: "Ich bin eine Autorin für eine Minderheit"

    Essen (ots) - Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die für ihr Theaterstück "Rechnitz" den Mülheimer Dramatikerpreis erhielt, äußerte sich im Gespräch mit der WAZ-Gruppe (Donnerstagausgabe) skeptisch zu der Frage, ob der Preis ihrem Anliegen, nationalsozialistische Vergangenheit aufzuarbeiten, größeren Nachdruck verleihen würde: "Die extreme Rechte ist unglaublich stark geworden, und Künstlerinnen und Künstler, die sich dagegen auflehnen, wie handzahm auch immer, werden öffentlich diskreditiert. Und das Traurige daran ist, dass damit auch ihr Anliegen diskreditiert wird", sagte Jelinek. "Ich habe den Eindruck, engagierte Künstler sind in Österreich derzeit im besten Fall nur lächerliche Figuren, auf die man nicht hört, über die man sich lustig macht." Dass Jelineks Theaterstücke nach den als genuin geltenden Uraufführungen so gut wie nie nachgespielt werden, bedauere sie durchaus, sagte die Schriftstellerin. "Aber ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich eine Autorin für eine Minderheit bin, die sich für diese Art von sprachzentriertem Theater eben interessiert. Das ist nicht jedermanns Sache."

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