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WAZ: Der Papst in Yad Vashem - Klare Worte - Leitartikel von Angelika Wölk

    Essen (ots) - Für Benedikt XVI. war es der wichtigste und der heikelste Teil seiner Reise. Nicht nur Juden und Katholiken schauten gestern nach Jerusalem, die ganze Welt blickte auf die Gedenkstätte Yad Vashem. Jedes Wort, das er wählte, wurde verfolgt, jede seiner Gesten registriert. Und die Welt sah einen Papst, dem es gelang, in wenigen Sätzen, in einer auffallend kurzen Ansprache, die richtigen Worte zu finden und - ja, auch die Herzen der Zuhörer zu bewegen. Es war eine sehr emotionale, eine warmherzige Ansprache. Benedikt knüpfte darin an die 5000 Jahre alte biblische Tradition der Klagelieder an, eine Traditon, die Juden und Christen miteinander verbindet. Starke Zeichen der Zusammengehörigkeit. Zwar sprach der Papst die Aufhebung der Exkommunikation der vier ultrakonservativen Bischöfe der Pius-Bruderschaft, von denen einer den Holocaust leugnet, nicht direkt an. Die Affäre hatte das katholisch-jüdische Verhältnis schwer belastet. Indirekt jedoch sprach er Klartext: Niemals dürfe das Leiden der Juden geleugnet oder vergessen werden. Es waren Worte, die nach all dem wohl taten.

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