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WAZ: Die Zeit zum Wundern - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Man darf sich auch mal wundern. Über Politiker, die sich plötzlich über maßlose Renditeziele ereifern. In welchem Keller steckten sie, als die Deutsche Bank vor drei Jahren ihr 25-Prozent-Gebot ausrief. Die Kritik fußte damals auf der Ankündigung, gleichzeitig Stellen zu streichen. Wer das Renditeziel an sich als maßlos geißelte, galt den Merzens als marktwirtschaftlich unterbelichtet. Man darf sich auch mal wundern über Wirtschaftsforscher, die uns jahrelang erklärt haben, warum sich die Märkte am besten selbst regulieren. Jetzt erklären sie uns, warum das Rettungspaket der Regierung zu klein ist und der Staat besser bei allen Banken einsteigen sollte. Man darf sich auch mal wundern: Darüber, dass selbst jetzt, da Menschen ihr sauer verdientes Geld über Nacht verloren haben, wieder jeder der vielen Verantwortlichen auf einen andern zeigt. Nur über Bankmanager darf man sich nicht wundern. Die haben offen und gut vernehmlich gesagt, dass sie 25 Prozent Rendite wollen. Die Empörung der Politik kommt etwas spät.

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