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WAZ: Kunst braucht Sponsoren. Kommentaron Gudrun Norbisrath

    Essen (ots) - Kunst braucht Geld. Ohne den Staat wäre sie reserviert für Wohlhabende; kein normaler Mensch könnte sich Karten fürs Konzert oder Theater leisten. Weil der Staat aber zufällig nicht viel übrig hat, wirbt die Kunst um Unternehmen: Sie sollen bezahlen, was ihren Mitarbeitern das Leben schöner macht und der Firma Ansehen verschafft. So viel zur Wechselbeziehung zwischen Kunst und Kapital.

      Wenn Sponsoren jetzt drohen, kein Geld mehr für Essens
Philharmonie zu geben, hat das zwei Seiten. Einerseits ist das kein
guter Stil; Sponsoren sollten sich aus inhaltlichen Fragen
heraushalten. Andererseits kann niemand gezwungen werden, etwas zu
bezahlen, was er nicht für gut hält.

      Es geht hier aber nicht darum, welches Streichquartett aufgeführt
wird. Es geht um die Frage, ob ein Etat rechthaberisch überzogen
wurde oder ob eine Intrige gegen einen Mann angezettelt wurde, der
ein hoch gelobtes, aber nicht immer ausverkauftes Programm bietet.
Das muss auch Sponsoren interessieren.

      Eine schwierige Situation. Die Berufung eines unabhängigen
Wirtschaftsprüfers wäre der erste Schritt zur Klärung - er sollte
nicht so schwer zu gehen sein.

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