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29.08.2008 – 16:40

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Hansen: Ärzte im Westen bluten aus

Essen (ots)

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) ist
mit der Verteilung der zusätzlichen Ärztehonorare von 2,5 Milliarden 
Euro in höchstem Maße unzufrieden. Während bundesweit die Honorare um
durchschnittlich zehn Prozent steigen, seien in in Nordrhein nur 4,2 
Prozent, in Westfalen-Lippe 7,8 Prozent. "Das ist in meinen Augen 
unerträglich. Wenn die Verteilung so bleibt, bluten die Ärzte im 
Westen aus", sagte KVNo-Chef Leonard Hansen der in Essen 
erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, 
Samstagausgabe). Hansen rechnet damit, dass viele Ärzte enttäuscht 
reagierten, denn "die denken alle, sie bekämen auch zehn Prozent".
 Hansen hält die Angleichung der Osthonorare für richtig, fühlt sich 
aber im Vergleich zu den reichsten Ländern ungerecht behandelt. 
"Bayern erhält 2,9 Prozent mehr. Da die Honorare dort ohnehin 
deutlich höher sind als bei uns, macht das unterm Strich ein größeres
Plus aus als unsere 4,2 Prozent. Die Schere geht also noch weiter 
auseinander." Er kündigte an, mit den Kassen regional nachverhandeln 
zu wollen.
 Der Schlichter Jürgen Wasem sagte der WAZ, dies sei "ein Tag, der 
die Versicherten viel Geld kostet". Doch die Patienten würden davon 
profitieren, weil die Ärzte nicht einfach mehr Geld erhielten, 
sondern mehr Leistungen erbringen und abrechnen dürften, so der 
Essener Gesundheitsökonom.

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