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WAZ: Streit über Patientenverfügungen - Schwieriger Weg - Leitartikel von Norbert Robers

    Essen (ots) - Niemand will unnötig leiden. Die meisten Menschen wünschen sich, in einer hoffnungslosen Situation würdevoll sterben zu dürfen. Sie haben Angst davor, dahinvegetieren zu müssen - ein Leben leben zu müssen, das nur durch eine künstliche Ernährung aufrechterhalten wird. Seit Jahren mühen sich Politiker, Ethiker, Ärzte und Vertreter der Kirchen darum, diesen Mehrheitswunsch in einen rechtlich eindeutigen Rahmen zu gießen - bislang ohne Erfolg. Und es zeichnet sich ab, dass noch einige Monate vergehen werden, bis ein juristisch unanfechtbares Gesetz auf dem Tisch liegt, das alle beteiligten Gruppen zufriedenstellt. Das mag man kritisieren. Aber wer sich mit dieser Materie beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es beim Thema Patientenverfügungen kein Schwarz oder Weiß gibt. Der vorliegende Gesetzentwurf verfolgt allemal das richtige Ziel: Die Menschen sollen die Gewissheit haben, dass das im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht geachtet und verwirklicht wird. Der Weg dorthin ist schwieriger als gedacht. Aber die Zeit sollte man sich im Sinne einer bestmöglichen Lösung nehmen.

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