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WAZ: Pretty Woman - nur im Kino. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Das Rotlicht-Milieu. Klingt erstmal schön schummerig, gar romantisch wie etwa in "Pretty Woman" oder "Irma La Douce". Hat in der Realität aber mit großem Kino nichts gemein. Nackte Gewalt regiert die Klubs und den Straßenstrich, und deshalb wird es Zeit, dass sich der Gesetzgeber um die empörende Ausbeutung kümmert.

      Der Ansatz der Bundesregierung, die Kundschaft in die
Verantwortung zu nehmen, ist so falsch nicht. Der Freier ist durchaus
ansprechbar. Die Frauen, gefesselt in der Zwangsprostitution, haben
dagegen überhaupt keine Stimme. Sie verstehen oft die Sprache nicht
und werden von ihren Peinigern unter Druck gesetzt.

      Das alles ist längst bekannt. Das Elend vieler Mädchen, die mit
Lügen gelockt und mit Prügel gefügig gemacht werden, ist auch kaum zu
übersehen. Dass die Freier das nicht schert, offenbart einen Grad an
Gewissenlosigkeit, der strafrechtlich durchaus fassbar sein sollte.

      Schrecken hohe Haftstrafen ab? Das wollen wir doch hoffen. Wird
es dadurch keine Ausbeutung mehr geben, das Geschäft mit der
käuflichen "Liebe" gar verschwinden? Natürlich nicht.

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