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WAZ: Neues Stammzellgesetz - Respekt angesagt. Kommentar von Christopher Onkelbach

    Essen (ots) - Alles hängt davon ab, dass es bei dieser Regelung, bei diesem Stichtag, nun auch bleibt. Zunächst: die Glaubwürdigkeit der Politik. Denn sie darf sich nicht fortwährend von den Forderungen der Wissenschaft neue ethische Grenzlinien aufzwingen lassen. Dann: die Glaubwürdigkeit der Forschung. Sie hat ihre Kernanliegen durchgesetzt. Nämlich Straffreiheit für Forschungen an embryonalen Stammzellen im Ausland, die unter das deutsche Verbot fallen würden, sowie den Zugang zu neuen Zell-Linien. Die Wissenschaft hat bekommen, was sie verlangte, jetzt ist sie am Zuge. Sie muss durch Erfolge beweisen, dass ihr Drängen berechtigt war. Und schließlich ist das Vertrauen der Bürger von einer haltbaren Regelung abhängig. Die Furcht vor einer mit Leben experimentierenden Forschung will ernst genommen werden. Fortschritte hängen wesentlich von dem Vertrauen ab, das die Gesellschaft der Wissenschaft entgegenbringt. Vor neuen Forderungen muss daher der Respekt vor den Bedenken der Menschen stehen und vor den durch das Parlament formulierten ethischen Grenzlinien.

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