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WAZ: Große Not, wenig Hilfe - Kommentar von Ute Schwarzwald

    Essen (ots) - Nicht die Angst vor dem Tod ist das Schlimme. Sondern die vor dem Sterben. Sagt die Schweinezüchterin Emma in Sven Taddickens Film "Emmas Film" um den todkranken Max, der mit Emma seine letzten Wochen verbringt. Wochen, die herrlich sind.

      Doch wie geht das im wirklichen Leben: einem Sterbenden die
Schmerzen, die Angst, das Entwürdigende, das dem Tod so oft
vorausgeht, zu nehmen? Wie macht man das richtig, als Sohn, als
Tochter? Bei all der eigenen Angst und der Sorge, einer solch großen,
nie geübten Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Das Bedürfnis, eine
Antwort auf diese Fragen zu erhalten, scheint riesig zu sein. Selten
gab es so viel Resonanz auf eine WAZ-Telefonaktion wie gestern.

      Und wie groß, fragt man sich weiter, muss die Not sein, wenn sie
sich in solch einer ungeheuren Welle Bahn bricht? Gibt es da
niemanden sonst, der zuhört, der trauern hilft? Oder lässt sich einem
Fremden solcher Kummer vielleicht sogar leichter anvertrauen als dem
eigenen Kind, das ja selbst trauert um den erlittenen Verlust?

      Dass Tod und Sterben Tabuthemen unserer Gesellschaft sind, mag
als Erklärung dienen. Aber nicht akzeptiert werden.

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