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Simulationen für den Devisenhandel

Simulationen für den Devisenhandel

TU Darmstadt und Commerzbank entwickeln agentenbasierte Modelle

Wie entstehen Preisbewegungen auf den Devisenmärkten? Und wie lassen sich Handelsstrategien entwickeln und untersuchen, ohne in reale Märkte einzugreifen? Diesen Fragen gehen Forschende der TU Darmstadt gemeinsam mit der Commerzbank nach. Mit einem hybriden Forschungsansatz verbinden sie mathematische Modellierung, agentenbasierte Simulationen und Künstliche Intelligenz (KI). Ziel ist es, zentrale Mechanismen des Devisenmarkts unter kontrollierten, möglichst realitätsnahen Bedingungen zu simulieren.

Dafür nutzen die Forschenden einen agentenbasierten Ansatz: Sie modellieren unterschiedliche Marktteilnehmende als autonome Agenten, die jeweils eigene Handelsstrategien verfolgen und aufeinander reagieren. Aus ihrem Zusammenspiel entstehen im Modell Marktdynamiken und Preisbewegungen.

„Der entscheidende Punkt unseres Ansatzes ist, dass wir den Markt nicht als Gesamtsystem durch vorab festgelegte Annahmen über sein Verhalten beschreiben“, sagt Professor Dominik L. Michels, Inhaber der Professur für Intelligente Algorithmen in Modellierung und Simulation am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. „Stattdessen modellieren wir die einzelnen Marktteilnehmenden als autonome Agenten mit ihren jeweiligen Entscheidungsprozessen und Interaktionen. Die Dynamik des Gesamtsystems ergibt sich dann aus dem Zusammenspiel dieser Agenten. Natürlich müssen auch dafür geeignete Modelle und Annahmen auf Ebene der einzelnen Agenten und ihrer Interaktionen entwickelt werden – wir müssen das Verhalten des Gesamtmarktes aber nicht abstrakt vorgeben.“

Der hybride Forschungsansatz soll unterschiedliche Perspektiven auf komplexe Finanzmärkte zusammenführen. Anders als rein datengetriebene Verfahren verbindet er KI mit mathematischen Modellen komplexer Systeme und agentenbasierten Simulationen. Auf dieser Grundlage lassen sich Handelsstrategien in der Simulation systematisch entwickeln, testen und bewerten. Die Ergebnisse sollen insbesondere dazu beitragen, Prozesse und Mechanismen im Devisenhandel besser zu verstehen.

„Langfristig bietet der Ansatz das Potenzial, Entscheidungsprozesse im Handel besser zu verstehen und komplexe Marktmechanismen transparenter zu machen“, sagt Michels.

„Ob mittelständischer Exporteur oder international agierender Asset Manager: Der Einsatz agentenbasierter KI macht unseren Devisenhandel für alle Kundengruppen noch wettbewerbsfähiger und noch relevanter“, sagt Hinrich W. Paul, Global Head of Financial Markets der Commerzbank. „Die Arbeiten mit Professor Michels sind ein weiterer Baustein in der KI getriebenen Weiterentwicklung unseres Handelsgeschäfts. Es zeigt beispielhaft, wie wir gemeinsam mit einem renommierten, internationalen Forschungsteam hier am Finanzplatz Frankfurt moderne KI-Methoden in konkrete, praxisnahe Anwendungen überführen – mit dem Ziel unseren Kundinnen und Kunden noch bessere Lösungen anbieten zu können.“

Ansprechpartner:

Professor Dominik L. Michels

Fachgebiet Intelligente Algorithmen in Modellierung und Simulation (IAMS)

michels@cs.tu-darmstadt.de

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Die TU Darmstadt zählt zu den führenden Technischen Universitäten in Deutschland und steht für exzellente und relevante Wissenschaft. Globale Transformationen – von der Energiewende über Industrie 4.0 bis zur Künstlichen Intelligenz – gestaltet die TU Darmstadt durch herausragende Erkenntnisse und zukunftsweisende Studienangebote entscheidend mit. Ihre Spitzenforschung bündelt die TU Darmstadt in drei Forschungsfeldern: Energy and Environment (E+E), Information and Intelligence (I+I), Matter and Materials (M+M). Ihre problemzentrierte Interdisziplinarität und der produktive Austausch mit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik erzeugen Fortschritte für eine weltweit nachhaltige Entwicklung. Seit ihrer Gründung 1877 zählt die TU Darmstadt zu den am stärksten international geprägten Universitäten in Deutschland; als Europäische Technische Universität baut sie in der Allianz „Unite!“ einen transeuropäischen Campus auf. Mit ihren Partnern der Rhein-Main-Universitäten – der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – entwickelt sie die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main als global attraktiven Wissenschaftsraum weiter.

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