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Berliner Morgenpost: Plädoyer fürs Bahnfahren
ein Kommentar von Daniel Weidmann

Berlin (ots)

Das scheinbar Unmögliche kann doch Realität werden: In gut verdaulichen vier Stunden rast der ICE über die Prestige-Strecke Berlin-München. Pünktlich auf die Minute stoppt er im Kopfbahnhof. Lediglich bei der Rückfahrt ploppt kurz vor Berlin die Fahrgastinformation im Handydisplay auf, die eine Verspätung um sechs Minuten prognostiziert. Angesichts bereits erlebter Verzögerungen um zwölf Stunden ein Klacks.

Das Beispiel zeigt, wie schön doch Bahnfahren fahren sein kann. Fast genauso idyllisch wie in den Werbespots, in denen Kinder fröhlich lachend am Tisch sitzen, statt quengelnd auf der Rückbank des Familienkombis auf der A9. Ob in den Urlaub oder auf Geschäftsreise ist die Bahn ein geniales Fortbewegungsmittel. Selbst wenn sie zeitlich das Flugzeug nicht immer schlagen kann, spuckt sie ihre Fahrgäste nicht in einer neuen Umgebung aus. Die Fahrt auf der Schiene suggeriert das stete Vorwärtskommen. Immer auf Achse, bereit, etwas Neues zu entdecken.

So romantisierend das anmutet, umso trauriger ist die Realität. Der Spott über die Bahn ist Volkssport geworden. Im November kam fast jeder zweite Fernverkehrszug zu spät. Gekrönt wird diese Statistik mit immer wiederkehrenden Streiks. Wie abgehärtet deutsche Bahnkunden sind, zeigt die jüngste Ankündigung von Claus Weselsky. Auf Außenstehende wirkte es fast milde, dass er "nur" maximal fünf Tage in den Arbeitskampf zieht.

Resignation ist aber keine Antwort. Die Kunden müssen erwarten dürfen, dass alle erdenklichen Mittel und Kräfte in diese einzigartige Art der Fortbewegung fließen. Am Ende steht doch noch immer die eine Vision, dass eine pünktliche Bahnfahrt zur Normalität wird.

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Telefon: 030/887277 - 878
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