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30.01.2020 – 22:04

BERLINER MORGENPOST

Schnelle Lösung gesucht
Kommentar von Christian Latz zur S21

Berlin (ots)

Kurzform: Wer sich morgens in überfüllten Bahnen drängelt, oder von seinem Haus am Stadtrand ohne Auto kaum wegkommt, hat von den besten Plänen nichts, wenn sie erst in 15 Jahren umgesetzt sind. Für die nächsten Jahre kommt kurzfristig daher nur ein Verkehrsmittel in Frage: Busse. Damit die nicht jeden Tag im dichten Stadtverkehr stecken bleiben, kann der Ausbau der Busspuren gar nicht schnell genug vorangehen. Während die Berliner hoffentlich bald im Bus zügig durch die Stadt kommen, können sie ja bereits davon träumen, dass irgendwann alles besser wird.

Der vollständige Kommentar: Die Bundestagsverwaltung und die Deutsche Bahn haben sich nun auch offiziell auf eine Trassenführung für den Tunnel der neuen S-Bahnlinie S21 unter dem Regierungsviertel geeinigt. Eine wichtige Nachricht für Berlin, jetzt kann es auf dem zweiten Bauabschnitt des Mammutprojekts endlich weitergehen, der zweite Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn durch die City gebaut werden. Ein Blick auf den Zeitplan dämpft jedoch die Euphorie: Nach derzeitigem Stand der Senatsverkehrsverwaltung rollen wohl erst im Jahr 2035 die ersten S-Bahnen unter dem Regierungsviertel - weitere Verzögerungen sind bei 15 Jahren Planungshorizont nicht ausgeschlossen. Ein Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung, zudem an einer so sensiblen Stelle, benötigt Zeit. Keine Frage. Der Druck auf den öffentlichen Nahverkehr in Berlin ist jedoch schon jetzt riesig. Und er wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Klar ist, dass künftig mehr Menschen als heute ohne Auto ihr Ziel erreichen sollen. Damit das in Zukunft komfortabler geht, ja überhaupt zu stemmen ist, sind Projekte wie die S21 oder neue Bahnstrecken ins Umland im Rahmen de Konzepts "i2030" unerlässlich. Um die aktuellen Probleme des ÖPNV in Berlin zu lösen, hilft das jedoch nicht. Schnelle Hilfe brauchen viele Menschen in und um Berlin jetzt. Wer sich morgens in überfüllten Bahnen drängelt, oder von seinem Haus am Stadtrand ohne Auto kaum wegkommt, hat von den besten Plänen nichts, wenn sie erst in 15 Jahren umgesetzt sind. Für die nächsten Jahre kommt kurzfristig daher nur ein Verkehrsmittel in Frage: Busse. Damit die nicht jeden Tag im dichten Stadtverkehr stecken bleiben, kann der Ausbau der Busspuren gar nicht schnell genug vorangehen. Während die Berliner hoffentlich bald im Bus zügig durch die Stadt kommen, können sie ja bereits davon träumen, dass irgendwann alles besser wird.

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