Kolpingwerk Deutschland gGmbH

Sorgen der Menschen ernst nehmen
Sozialpolitische Forderungen des Kolpingwerkes Deutschland an die neue Bundesregierung.

Köln (ots) - Mit einem umfangreichen Forderungskatalog hat sich das Kolpingwerk Deutschland an die künftige Bundesregierung gewandt und will Denkanstöße für die Koalitionsverhandlungen geben. "In dieser epochalen Finanz- und Wirtschaftskrise sind viele Bürgerinnen und Bürger in Sorge um ihre finanzielle und soziale Absicherung und um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Sorgen gilt es ernst zu nehmen", betont Kolping-Bundesvorstandsmitglied Gitte Scharlau. In dieser Situation hätten sich die Sozialversicherungen, in denen die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für sich und andere übernehmen, als Stabilitätsfaktor erwiesen. "Daher müssen wir die Instrumente einer solidarisch organisierten sozialen Sicherung in der bevorstehenden Phase der Haushaltskonsolidierung weiter stärken", fordert Scharlau.

"Es geht um die Beibehaltung der solidarischen Krankenversicherung mit einer an der Leistungsfähigkeit der Versicherten und nicht an ihrem individuellen Krankheitsrisiko bemessenen Beitragserhebung", ergänzt das Bundesvorstandsmitglied.

Daneben fordert der katholische Sozialverband angesichts der drohenden Ausweitung von Altersarmut eine Mindestsicherung im System der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies sei ein Schritt auf dem Weg zu der gemeinsam mit anderen Verbänden geforderten Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung hin zur Gewährleistung einer armutsvermeidenden, vorleistungsunabhängigen Sockelrente für alle Bürgerinnen und Bürger.

Zu den Themen, die die Menschen bewegen, gehöre auch die Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die beitragsbezogene Rentenversicherung. Schon heute seien Selbstständige ohne ausreichende Altersvorsorge überdurchschnittlich unter den Beziehern der Grundsicherung im Alter vertreten. "Daher muss es in einem ersten Schritt um die Integration dieser Risikogruppe in die gesetzliche Rentenversicherung gehen", unterstreicht Gitte Scharlau. Die effektive Bekämpfung von Altersarmut sei auch im ureigenen Interesse des Staates an einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte.

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