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Nebenklage-Anwalt Daimagüler: "Zschäpe steht vor Scherbenhaufen ihrer Verteidigung!"

Berlin (ots) - Der Anwalt der Nebenklage im NSU-Prozeß, Mehmet Daimagüler, hat sich skeptisch über die heutige Aussage der Hauptangeklagten Beate Zschäpe geäußert.

Im rbb-Inforadio sagte Daimagüler am Mittwoch, für seine Mandanten sei "die zentrale Frage, warum musste unser Vater, warum musste unser Bruder, warum musste mein Mann sterben? (...) Da erhoffen sie sich Antworten, aber erwarten tun sie nicht viel und auch ich erwarte nicht viel. Ich bin da sehr, sehr skeptisch was den Inhalt der Aussage angeht."

Die Umstände der Aussage und die Tatsache, dass sich Zschäpe nicht persönlich äußere, würden dafür sprechen, "dass hier so eine taktische Einlassung zu erwarten ist und nicht etwas wie ein reiner Tisch": "Aber dass sie neue Einblicke gibt, in die Strukturen, in Helfershelfer-Gruppen oder dass sie auch über die Rolle der Verfassungsschutz-Behörden spricht, also da bin ich noch skeptisch. Aber was ich erhoffe als Anwalt ist, dass ich mich einfach irre. Vielleicht ist als das, was ich gerade gesagt habe, vieleicht ist das falsch und die Frau macht tatsächlich reinen Tisch. Ich würde mich in diesem Fall sehr freuen, mich geirrt zu haben."

Daimagüler betonte, die heutige Aussage sei ein Zeichen dafür, dass Zschäpes bisherige Verteidigungsstrategie gescheitert ist. Er erwarte deshalb auch nur taktische Einlassungen: "Sie steht heute eigentlich vor einem Scherbenhaufen ihrer Verteidigung. Sie dachte, sie müsse nur lange genug schweigen, um billig davon zu kommen. Aber jetzt sieht sie, dass sie schweigend ins Gefängnis gehen würde. Und jetzt wird gerettet, was noch zu retten ist."

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