25 % weniger Erholungszeit für deutsche Ryanair-Piloten
25 % weniger Erholungszeit für deutsche Ryanair-Piloten
Mit dem Auslaufen des Tarifvertrages Ende März führt das Management von Ryanair für in Deutschland stationierte Pilotinnen und Piloten ein neues Dienstplanmodell ein: Statt bisher fünf Arbeitstagen mit vier anschließenden freien Tagen (5/4) soll künftig ein 5/3-Modell gelten – fünf Tage Dienst, nur noch drei Tage Ruhezeit.
Damit reduziert das Unternehmen die Erholungszeit um 25 Prozent.
Nach Einschätzung der Vereinigung Cockpit (VC) stellt diese Maßnahme einen massiven Eingriff in die Arbeitsbedingungen dar – und ist selbst innerhalb des Ryanair-Konzerns beispiellos. Laut betrieblichem Operations Manual gilt das 5/4-Modell als weniger ermüdende Dienstplanregelung („least fatiguing“). Ein Wechsel vom bisherigen 5/4-Modell auf ein 5/3-Modell birgt insbesondere in Kombination mit rückwärts rollierenden Dienstplänen das Potenzial, Langzeitermüdung aufzubauen, die nicht nur die Aufmerksamkeit der Besatzungen kritisch beeinflussen könnte, sondern gegebenenfalls auch ein zunehmendes Gesundheitsrisiko für die Besatzungsmitglieder darstellt.
Die Maßnahme steht im zeitlichen Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen. Die deutschen Ryanair-Piloten fordern im Kern:
- Einen Inflationsausgleich seit dem letzten Tarifabschluss 2018, um den realen Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre auszugleichen.
- Zukünftig jährliche Gehaltssteigerungen für die kommenden zwei Jahre.
Seit 2018 gab es faktisch nur marginale Gehaltsanpassungen (insgesamt rund fünf Prozent über acht Jahre), während die Inflation in diesem Zeitraum deutlich höher lag.
Die Forderungen der VC sind keine überproportionale Lohnerhöhung, sondern die Wiederherstellung des ursprünglichen Reallohnniveaus sowie eine nachhaltige Absicherung gegen weitere Kaufkraftverluste.
„Wir kritisieren scharf, dass das Unternehmen offenbar versucht, durch die Verschlechterung der Dienstpläne Druck auf die Pilotinnen und Piloten auszuüben, um sie zu einem aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Tarifabschluss zu bewegen“, sagt Heike Wagner, Pressesprecherin der Vereinigung Cockpit. „Arbeitsbedingungen dürfen nicht als Druckmittel in Tarifverhandlungen missbraucht werden – schon gar nicht, wenn sie das Personal unnötig zusätzlich belasten.“
Die VC fordert das Management von Ryanair auf, eine Lösung zu finden, die sowohl der wirtschaftlichen Realität als auch der Verantwortung für das Personalgerecht wird.
VC Pressestelle, +49 69 / 695976 102
Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von rund 9.600 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.
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