NRW: Kinder in seelischer Dauerkrise
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Anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren in Nordrhein-Westfalen, da sich in dieser Gruppe die stärksten Anstiege zeigen: 2024 waren rund 63 von 1.000 DAK-versicherten jugendlichen Mädchen mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit 15.600 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 57 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl chronischer Angststörungen um 125 Prozent zu. Ein Experte vom Universitätsklinikum Köln sieht eine „erschreckende Zunahme im Auftreten sowie im Schwere- und Chronifizierungsgrad“. Bei jugendlichen Mädchen in NRW sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls erhöht. Nach einem Anstieg bis 2022 stabilisiert sich die Häufigkeit dieser Diagnosen auf einem hohen Niveau mit einer Plateau-Bildung. Lesen Sie mehr in unserer aktuellen Pressemeldung.
Freundliche Grüße
Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Nordrhein-Westfalen
NRW: Kinder in seelischer Dauerkrise
- Angststörungen bei jugendlichen Mädchen steigen seit 2019 um 57 Prozent – Zahl dauerhafter Behandlungen mehr als verdoppelt
- DAK-Kinder- und Jugendreport: Plateau-Bildung auch bei Depressionen und Essstörungen auf hohem Niveau
- Stellvertretende DAK-Landeschefin Eschweiler fordert Offensive für mentale Gesundheit
Anhaltende Krisen sorgen bei vielen jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen dauerhaft für psychische Probleme. Das zeigt der neue DAK-Kinder- und Jugendreport zu Angststörungen, Depressionen und Essstörungen. Im Fokus der wissenschaftlichen Studie stehen Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren in Nordrhein-Westfalen, da sich in dieser Gruppe die stärksten Anstiege zeigen: 2024 waren rund 63 von 1.000 DAK-versicherten jugendlichen Mädchen mit einer Angststörung in Behandlung, womit hochgerechnet landesweit 15.600 junge Frauen betroffen waren. Im Vergleich zu 2019 ist dies ein Anstieg um 57 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl chronischer Angststörungen um 125 Prozent zu. Ein Experte vom Universitätsklinikum Köln sieht eine „erschreckende Zunahme im Auftreten sowie im Schwere- und Chronifizierungsgrad“. Bei jugendlichen Mädchen in NRW sind die Fallzahlen von Depressionen und Essstörungen ebenfalls erhöht. Nach einem Anstieg bis 2022 stabilisiert sich die Häufigkeit dieser Diagnosen auf einem hohen Niveau mit einer Plateau-Bildung.
„Die Ergebnisse des DAK-Kinder- und Jugendreports verdeutlichen die Schwere der Situation und zeigen eine neue Qualität der Belastung. Eine erhoffte Entspannung bei psychischen Erkrankungen ist bislang ausgeblieben. Angststörungen, Depressionen und Essstörungen prägen das Leben vieler junger Menschen inzwischen dauerhaft – besonders bei Mädchen“, sagt Anke Eschweiler, stellvertretende DAK-Landeschefin in NRW. „Es besteht die Gefahr, dass ein Teil dieser Generation langfristig den Anschluss verliert. Psychische Erkrankungen wirken oft bis ins Erwachsenenalter nach und belasten später Familien- und Berufsleben. Umso dringlicher ist eine umfassende Offensive für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen.“
Angststörungen chronifizieren sich bei jugendlichen Mädchen
Laut DAK-Kinder- und Jugendreport für NRW sind jugendliche Mädchen von Angststörungen besonders betroffen. So hat sich die Chronifizierung von Angststörungen bei ihnen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie mehr als verdoppelt: 2019 mussten 7,3 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren jedes Quartal mit einer Angststörung ambulant oder stationär behandelt werden. 2024 waren es 16,4 je 1.000 jugendliche Mädchen. Das entspricht einer Steigerung von 125 Prozent. Zudem haben sich die Komorbiditäten, also ein gleichzeitiges Auftreten zweier psychischer Erkrankungen bei jungen Patientinnen, fast verdoppelt. Die Zahl jugendlicher Mädchen, die zeitgleich an einer Angststörung und einer Depression litten, erhöhte sich 2024 im Vergleich zu 2019 um rund 86 Prozent.
Experte vom Universitätsklinikum Köln: „erheblicher Aufnahmedruck“
„Die erschreckende Zunahme im Auftreten sowie im Schwere- und Chronifizierungsgrad bei jugendlichen Mädchen sehen wir in unserer klinischen Praxis mit langen Wartelisten und erheblichem Aufnahmedruck“, so Prof. Dr. med. Stephan Bender, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Köln. „Je länger eine Störung aber besteht, desto schwerer ist sie zu behandeln. Wir brauchen deshalb Konzepte für ausreichend frühzeitige Interventionen und Präventionsansätze, die mit digitaler Unterstützung das Bildungs-, das Jugendhilfe- und das medizinische System vernetzen und eine gesundheitsförderliche Atmosphäre schaffen.“
Als erste Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen hat die DAK-Gesundheit ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund mehr als 149.600 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in NRW versichert sind. Untersucht wurde das Zeitfenster von 2019 bis 2024 mit insgesamt rund 7,9 Millionen ambulanten Arzt- und Therapeutenbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Arzneimittelverschreibungen. Der Fokus der Analyse lag auf der Altersspanne fünf bis 17 Jahre und insbesondere auf jugendlichen Mädchen.
Plateau-Bildung bei Angststörungen seit 2022
Der DAK-Kinder- und Jugendreport zeigt für Nordrhein-Westfalen, dass 2024 rund 20 von 1.000 DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren mit einer Angststörung behandelt wurden. Das entspricht hochgerechnet landesweit rund 44.400 Kindern und Jugendlichen. Seit 2022 bleiben die Zahlen bei Jugendlichen auf einem konstant hohen Niveau. Diese Plateau-Bildung zeigt sich besonders deutlich bei jugendlichen Mädchen: 2024 mussten rund 63 von 1.000 Mädchen in NRW mit einer Angststörung ambulant oder stationär versorgt werden, insbesondere mit sozialen Phobien und Panikstörungen. Hochgerechnet waren es landesweit rund 15.600 Teenagerinnen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Im Vergleich mit dem letzten Vorpandemiejahr 2019 ist das ein Plus von 57 Prozent.
Depressionen und Essstörungen weiter auf hohem Niveau
Ein ähnlicher Trend zu einer Plateau-Bildung zeigt sich in NRW auch mit Blick auf Depressionen und Essstörungen. So stiegen die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Depressionen 2024 im Vergleich zu 2019 um gut 22 Prozent, bei Essstörungen um etwa 43 Prozent. 2024 waren in Nordrhein-Westfalen hochgerechnet rund 18.500 jugendliche Mädchen mit einer Depression in Behandlung. Im Falle von Essstörungen waren es etwa 4.700 Teenagerinnen zwischen 15 und 17 Jahren.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands, davon rund eine Million in Nordrhein-Westfalen, und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.
Freundliche Grüße
Arno Prähler
DAK-Gesundheit Unternehmenskommunikation / Public Relations Pressesprecher Nordrhein-Westfalen
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