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Bayern: Krankenstand sinkt 2021 deutlich

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Beschäftigte in Bayern fehlten im ersten Halbjahr 2021 so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Der Krankenstand ist landesweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Mit 3,4 Prozent liegt er damit weiterhin unter dem Bundesniveau (3,7 Prozent). Hintergrund dieses niedrigen Krankenstands ist der massive Rückgang der Atemwegserkrankungen (minus 70 Prozent). Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung zur aktuellen DAK-Krankenstandsanalyse für Bayern.

Freundliche Grüße

Ihr Presseteam der DAK-Gesundheit Bayern

Bayern: Krankenstand sinkt 2021 deutlich

  • DAK-Studie zeigt im 1. Halbjahr 2021 zwölf Prozent weniger Fehltage
  • Homeoffice-geeignete Berufe am stärksten betroffen
  • Erneuter Anstieg von psychischen Leiden

Beschäftigte in Bayern fehlten im ersten Halbjahr 2021 so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Der Krankenstand ist landesweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Mit 3,4 Prozent liegt er damit weiterhin unter dem Bundesniveau (3,7 Prozent). Das bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich 34 von 1.000 Beschäftigte im Freistaat krankgeschrieben waren. Hintergrund dieses niedrigen Krankenstands ist der massive Rückgang der Atemwegserkrankungen (minus 70 Prozent). Das geht aus der aktuellen Krankenstands-Analyse der DAK-Gesundheit für Bayern hervor. Die Kasse sieht die geltenden Abstands- und Hygienemaßnahmen während der Pandemie als Ursache. Der Rückgang betrifft alle Berufsgruppen, zeigt sich jedoch besonders dort, wo Beschäftigte vermehrt im Homeoffice arbeiten konnten. Während Fehltage wegen Atemwegserkrankungen weniger wurden, verzeichneten Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Leiden einen Anstieg. Sie gehören weiterhin zu den wichtigsten Ursachen für Krankschreibungen.

Laut Studie der DAK-Gesundheit hatten die Beschäftigten im ersten Halbjahr 2021 insgesamt zwölf Prozent weniger Fehltage als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Arbeitnehmern, die während der Pandemie verstärkt im Homeoffice arbeiten konnten: So hatten Beschäftigte in Rechts- und Verwaltungsberufen (minus 20 Prozent), in Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung (minus 19 Prozent) sowie in Unternehmensführung und -organisation (minus rund 19 Prozent) durchschnittlich ein Fünftel weniger Fehltage als im ersten Halbjahr 2020. „Wir sehen, dass Homeoffice und verstärkte Hygienemaßnahmen sich positiv auf den Krankenstand ausgewirkt haben. Sie schützen nicht nur vor Corona, auch andere gewöhnliche Erkältungserreger werden seltener übertragen“, sagt Sophie Schwab, Leiterin der DAK-Landesvertretung Bayern. Landesweit gehen nicht nur die Ausfalltage zurück, auch die Betroffenenquote ist gesunken. Diese lag mit 24,2 Prozent rund acht Prozentpunkte unter dem Vorjahreshalbjahr (1. Halbjahr 2020: 31,9 Prozent). Im Umkehrschluss bedeutet das, dass für 75,8 Prozent der Beschäftigten im ersten Halbjahr keine Arbeitsunfähigkeitsmeldung vorlag. Somit waren in diesem Zeitraum weniger Menschen krankgeschrieben als im Vorjahr.

Weniger Atemwegsinfektionen und mehr Fehltage wegen psychischer Leiden

Auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte kamen im ersten Halbjahr dieses Jahres im Freistaat durchschnittlich rund 40 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus um rund 70 Prozent. (1. Halbjahr 2020: rund 133 Fehltage). Während im ersten Halbjahr 2020 Bronchitis und Co. noch die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen waren, rangieren diese aktuell nicht mehr unten den Top-3 Krankheiten, die am häufigsten zu Arbeitsunfähigkeit führen. Die meisten Fehltage wurden wegen Rückenleiden oder anderer Muskel-Skelett-Probleme verzeichnet. Ein Viertel des Arbeitsausfalls war darauf zurückzuführen (24,8 Prozent). Die Zahl der Ausfalltage stieg von 144 im ersten Halbjahr 2020 auf rund 151 in diesem Halbjahr.

Ein Fünftel (19,3 Prozent) des Krankenstands wurde von psychischen Erkrankungen verursacht. Sie lagen mit rund 118 Fehltagen je 100 Versicherte mehr als sieben Prozent über dem Niveau vom 1. Halbjahr 2020. „Die Pandemie mit allen ihren Begleiterscheinungen hat auf psychische Erkrankungen wie ein Verstärker gewirkt“, so Schwab. „Was uns als Folge aus den Lockdown-Zeiten noch bevorsteht, können wir heute nur schwer abschätzen.“ Bei Lehrkräften beispielsweise an Schulen oder Hochschulen sind Depressionen und andere psychische Leiden schon jetzt die häufigste Ursache für das Fehlen im Job. Sophie Schwab befürwortet daher Bestrebungen der Politik, für chronisch psychisch Erkrankte besondere Versorgungsformen zu fördern. „Strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit Depressionen sind in Vorbereitung. Wir brauchen sie so schnell wie möglich.“

Für die Studie hat das Berliner IGES Institut Daten von rund 330.000 bei der DAK-Gesundheit versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Bayern ausgewertet. Eingegangen sind alle Fehlzeiten aus der Zeit von Januar bis einschließlich Juni 2021, für die eine Krankmeldung an die Kasse geschickt wurde.

Anteil an Fehltagen im Halbjahres-Vergleich

Erstes Halbjahr 2021

  1. Muskel-Skelett-System (24,8 Prozent)
  2. Psychische Erkrankungen (19,3 Prozent)
  3. Verletzungen und Vergiftungen (14 Prozent)
  4. Atmungssystem (6,5 Prozent)
  5. Unspezifische Symptome (5 Prozent)
  6. Neubildungen (4,9 Prozent)
  7. Verdauungssystem (4,5 Prozent)
  8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,4 Prozent)
  9. Kreislaufsystem (4,4 Prozent)
  10. Infektionen (2,6 Prozent)

Erstes Halbjahr 2020

  1. Muskel-Skelett-System (20,7 Prozent)
  2. Atmungssystem (19,1 Prozent)
  3. Psychische Erkrankungen (15,8 Prozent)
  4. Verletzungen und Vergiftungen (11,2 Prozent)
  5. Unspezifische Symptome (4,6 Prozent)
  6. Infektionen (4,5 Prozent)
  7. Verdauungssystem (4,2 Prozent)
  8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,1 Prozent)
  9. Neubildungen (3,5 Prozent)
  10. Kreislaufsystem (3,2 Prozent)
Freundliche Grüße

Stefan Poetig
DAK-Gesundheit

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