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Mitteldeutsche Zeitung: zur Türkei

Halle (ots) - Man reibt sich die Augen. Rollte nicht noch im letzten Sommer eine gewaltige Protestwelle über die Türkei hinweg? Auch die Korruptionsvorwürfe, die bis in die Familie des Premiers hineinreichen, haben Erdogan bei dieser Wahl offensichtlich nicht geschadet. Die Erklärung dafür ist einfach: Erdogans Stammwähler, die frommen, konservativen Anatolier und die anatolischen Zuwanderer in den Großstädten, interessieren die Enthüllungen nicht. Sie sehen in Erdogan den Vater des türkischen Wirtschaftswunders. In seinen elf Regierungsjahren hat sich die Kaufkraft der türkischen Durchschnittsfamilie verdoppelt. Das erklärt diesen Wahlsieg. Erdogan wird ihn als politische Absolution von den Korruptionsvorwürfen interpretieren und noch gnadenloser gegen seine politischen Gegner vorgehen und die Grundrechte weiter demontieren.

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