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Mitteldeutsche Zeitung: Stasi-Akten Außenstelle der Stasiunterlagen-Behörde in Magdeburg soll erhalten bleiben

Halle (ots) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, wollen die Außenstelle der Behörde in Magdeburg erhalten. Das teilte Haseloff der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe) nach einem Gespräch mit Jahn in Berlin mit. Nach den Plänen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) werde die Zahl der Außenstellen im Land "im Prinzip halbiert", sagte Haseloff dem Blatt. "Es würde nur noch in Halle eine Außenstelle geben. Das fände ich sehr bedauerlich." Um Geschichte anschaulich zu machen, seien authentische Orte nötig, an denen nicht allein Akten verwaltet würden. "Geschichte muss erlebbar sein. Denn je besser man die Geschichte versteht und die Diktatur vor Augen hat, desto stärker werden die Bemühungen, um die Demokratie zu erhalten", so der CDU-Politiker. Die Außenstelle Magdeburg werde im Übrigen sehr frequentiert. "Es würde also vieles dagegen sprechen, das so zu machen." Die Landesregierung wolle Jahn deshalb bis zum Sommer Vorschläge zum Erhalt des Standortes unterbreiten, mit denen dieser dann wiederum an Neumann heran treten könne. Auch will Haseloff noch einmal persönlich mit dem Kulturstaatsministr reden. "Ich möchte, dass Roland Jahn ausreichend Argumente hat, um das Konzept in unserem Sinne zu korrigieren", betonte er. Die Stasi-Unterlagen-Behörde hat 1650 Beschäftigte und einen Etat von knapp 100 Millionen Euro jährlich. Allerdings soll Jahn sparen. Von den zwölf Außenstellen in den ehemaligen DDR-Bezirkshauptstädten sind vier von Schließung bedroht. Der Bundesbeauftragte führt aus diesem Grund derzeit Gespräche mit allen ostdeutschen Ministerpräsidenten; Anfang März war er bei Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Erfurt. Jahn schlug Haseloff bei dem Treffen in Berlin, das bereits in der vorigen Woche stattfand, zudem vor, dem derzeit vakanten Posten des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen ein neues Profil zu geben und aus ihm einen Beauftragten zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur zu machen, wie es ihn in Sachsen mit Lutz Rathenow schon gibt. Dieser könne in alle Fragen, die die DDR-Vergangenheit beträfen, "grundsätzlicher einbezogen werden", erläuterte der Regierungschef. "Ich stehe der Idee darum positiv gegenüber."

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