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Mitteldeutsche Zeitung: Abgeordneten-Bezüge Parteienkritiker von Arnim fordert Volksentscheid über Diäten

Halle (ots)

In der Debatte um die geplante Erhöhung der Bezüge
von Bundestagsabgeordneten fordert der Parteienkritiker Hans Herbert 
von Arnim Volksentscheide über  Diätenerhöhungen. "Das Volk sollte 
durch Volksentscheide eine Kontrolle über die Bezahlung seiner 
Vertreter ausüben können", sagte von Arnim der in Halle erscheinenden
Mitteldeutschen Zeitung (Freitagausgabe). Das sei "urdemokratisch" 
und werde bereits in der Schweiz angewandt. Dort seien die Diäten in 
der Folge niedriger.
Das deutsche Grundgesetz sehe zwar vor, dass die Parlamentarier 
selbst ihr Gehalt bestimmen sollen. "Doch die Väter des Grundgesetzes
waren davon ausgegangen, dass Abgeordnete nur eine 
Aufwandsentschädigung erhalten", sagte von Arnim der Zeitung. Zur 
jetzigen "Vollversorgung und Überbezahlung" passe das bisherige 
Verfahren nicht mehr. Die neue Koppelung der Diäten an die 
Richterbesoldung lehnt von Arnim ab. Es werde unterschlagen, "dass 
Abgeordnete gewichtige Privilegien besitzen". Diese Vorteile, wie die
Kostenpauschale von fast 3800 Euro, würden die Bezüge "weit über das 
Gehalt von Richtern" hinausheben. Zudem seien die Abgeordneten 
künftig bei der Entscheidung über Richtergehälter nicht mehr 
unbefangen.
Everhard Holtmann, Politologe der Martin-Luther-Universität Halle,
lehnte den Vorstoß von Arnims ab. Würden durch Volksentscheide die 
Bezüge der Parlamentarier sinken oder stagnieren, bestehe die Gefahr,
"dass wir andere Abgeordnete bekommen", sagte er der Zeitung. Ins 
Parlament strebten dann nur entweder finanziell Unabhängige, denen 
die Höhe der Diäten egal sei, oder Geringqualifizierte, für die auch 
niedrige Diäten eine Verbesserung seien. Die Mitte fehle dann aber. 
"Das kann nicht im Sinne einer repräsentativen Demokratie sein", 
warnte Holtmann.

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Tel.: 0345 565 4300

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