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Lausitzer Rundschau: Zu Kongo-Einsatz/Bundeswehr: Unkalkulierbares Abentuer

    Cottbus (ots) - Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, zu Kongo-Einsatz/Bundeswehr:

    Noch darf darüber spekuliert werden, ob sich deutsche Soldaten an einer Militärmission im Kongo beteiligen. Jüngste Äußerungen von Franz Josef Jung nähren allerdings den Eindruck, dass es dabei nur noch um die Modalitäten geht. Mit dem Hinweis des Verteidigungsministers auf eine europäische Verantwortung gegenüber weltweiten Gewaltexzessen lässt sich jeder bewaffnete Einsatz rechtfertigen. Dabei stellt sich gerade im Fall Kongo die Frage, was Deutschland in dem von Bürgerkriegen zerrütten Land eigentlich zu suchen hätte? Nach wie vor fehlt es uns an einem schlüssigen militärpolitischen Konzept, das deutsche Interessen im Ausland klar definiert. Im Umkehrschluss stünde damit auch fest, wo sich Deutschland heraushalten muss. Die Bundeswehr kann nicht alle Übel dieser Welt bekämpfen. Dazu verfügt sie weder über Erfahrung noch ausreichend Kapazitäten. Schon heute ist die Truppe bei ihren Auslandseinsätzen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Das gilt nicht nur für kämpfende Einheiten. Es hapert auch an Transportmöglichkeiten. Im Kongo kommt erschwerend hinzu, dass der Gegner die Bundeswehr vor Herausforderungen stellen würde, denen sie mental nicht gewachsen ist. Man stelle sich nur die Fernsehbilder vor, wenn die Truppe ihre Maschinenpistolen gegen Kindersoldaten richten müsste. Vor solchen Abenteuern sollte sich die Republik hüten. Der Bundesverteidigungsminister hätte hier von Anfang an Klartext reden müssen, anstatt sich in Mehrdeutigkeiten zu ergehen. Auf dem Balkan und in Afghanistan hat Deutschland längst bewiesen, dass es zu seiner internationalen Verantwortung steht. Ein deutscher Kriegseinsatz im Kongo wäre völlig verfehlt.


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