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Lausitzer Rundschau: Zur letzten Fernsehdebatte im US-Präsidentschaftswahlkampf

Cottbus (ots)

Wer sich für die Feinheiten im Getümmel des US-Wahlkampfes interessiert, der wird schnell zu der Feststellung gelangen, dass auch die letzte der drei Fernsehdebatten der Kandidaten keine Entscheidung herbeiführte. Der Ausgang des Rennens um das Weiße Haus bleibt ungewiss trotz der beeindruckenden Vorstellung, die diesmal der Amtsinhaber Barack Obama ablieferte. Wer sich allerdings aus deutscher, europäischer Sicht vor allem darum Sorgen macht, wie es mit der Außenpolitik der Supermacht in den nächsten vier Jahren bestellt sein könnte, der kann jetzt etwas beruhigter nach vorne schauen. Obamas Kontrahent hat am Montagabend klargestellt, dass er wenige Spielräume sieht für eine Kursänderung. Er ließ die teilweise fast schon belehrenden Bemerkungen Obamas in aller Ruhe über sich ergehen, um anschließend zu erklären, dass er in wesentlichen Fragen gleicher Meinung sei. Der Streit reduziert sich in den außenpolitischen Fragen inzwischen tatsächlich vor allem darauf, mit welcher verbalen Entschiedenheit US-amerikanische Interessen vertreten werden. Dass am Ende auch die Supermacht USA nicht mehr zu allzu vielen Alleingängen fähig ist, scheint inzwischen aber parteiübergreifender Konsens. Romney im Weißen Haus wäre also aus europäischer Sicht mit kalkulierbaren Risiken, zuweilen auch mit Vorteilen verbunden. Tatsächlich war das letzte direkte Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten trotz der thematischen Konzentration auf außenpolitische Fragen wieder vor allem bestimmt von den unterschiedlichen Positionen zur Wirtschaftspolitik des Landes. Sicher hat die zukünftige ökonomische Entwicklung der USA auch direkte und schwerwiegende Auswirkungen beispielsweise auf Europa. Aber unsere Abhängigkeit von der größten Volkswirtschaft der Welt hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen, und aus diesem Blickwinkel ist beispielsweise die weitere politische Entwicklung in China von kaum geringerer Bedeutung. Also auch auf diesem Gebiet wird Europa nicht in Panik verfallen müssen, wenn es in den USA zu Turbulenzen oder einem Machtwechsel kommt. Die diesjährige Wahl ist damit in einem doch erstaunlichen Ausmaß eine rein amerikanische Affäre geworden. Und sie könnte letztlich auf Gebieten entschieden werden, die nicht viel mit den Verhältnissen in Europa und in vielen anderen Teilen der Welt zu tun haben. Obama kann gewinnen, wenn ihm seine Rettungsaktion für die amerikanische Autoindustrie entscheidende Wahlmännerstimmen einbringt. Dann braucht er noch nicht einmal eine Wählermehrheit im ganzen Land. Dann wäre zwar nicht wie im Jahr 2000 das Rentnerparadies Florida das Zünglein an der Waage, aber Obama letztlich eben auch in dieser Frage ein Nachfolger von George W. Bush.

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