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Lausitzer Rundschau: Bitterer Beigeschmack Abfindungsangebot für Ex-Plastinariums-Mitarbeiter

Cottbus (ots) - Wer am Donnerstag im Cottbuser Arbeitsgericht dem Anwalt des Gubener Plastinariums zuhörte, konnte sich nur verwundert die Augen reiben. Angesichts von mehr als 40 Kündigungsschutzklagen legte der Jurist plötzlich ein Abfindungsangebot auf den Tisch, das sich im Vergleich mit den in der Region üblichen Abfindungshöhen nicht verstecken muss. Deshalb ist Plastinator Gunther von Hagens aber noch lange kein sozial verantwortlicher Arbeitgeber. Das zeigt ein Blick wenige Wochen zurück. Ohne die kleinste Vorankündigung wurden Ende Dezember 130 Mitarbeiter, ein Drittel der Belegschaft, kurzfristig vor die Tür gesetzt. Warum wurde nicht damals bereits über eine Abfindung nachgedacht? Warum musste das in einer solchen Hau-Ruck-Aktion unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen geschehen? Dieser Umgang hat sicher mit dazu beigetragen, dass jeder dritte Entlassene sich dagegen mit einer Kündigungsschutzklage zur Wehr gesetzt hat. Eine Zahl, die vermutlich an der Plastinariumsspitze nicht erwartet wurde. Dort hatte man sicher gehofft, dass die öffentliche Bekanntgabe der schweren, fortschreitenden Erkrankung von Gunther von Hagens die Entlassenen verständnisvoll stimmt. Eine schlimme Krankheit wie die Schüttellähmung Parkinson ist zweifelsfrei ein schwerer Schicksalsschlag. Doch sie entschuldigt nicht alles. Das Angebot einer vernünftigen Abfindung für die Entlassenen ist deshalb sicher eine angemessener Nachbesserung für die Art des Rausschmisses. Wenn Betroffene das Angebot annehmen, dann sicher mit dem bitteren Beigeschmack, dass es erst jetzt kommt. Dieser von ihm selbst verursachte Schaden an seinem Ruf bleibt dem Plastinator. Und es wird manchen dazu anhalten, genau hinzusehen, was von seinen neuen Ankündigungen über den Erhalt von 50 Jobs übrig bleibt. Ein langfristig gut überlegter Plan oder nur eine Augenblicks-Idee.

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