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Lausitzer Rundschau: Wettstreit um Spitzenforschung BTU Cottbus will Bundesinstitut für die Lausitz

Cottbus (ots) - In Sachsen gibt es inzwischen 57 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, davon 16 Fraunhofer Institute. Nun ist die Wissenschaftslandschaft im bevölkerungs- und industriestarken Freistaat nicht mit der in Brandenburg zu vergleichen. Dennoch muten 40außeruniversitäre Institute, mehr als die Hälfte davon in Potsdam, eher als bescheiden an. Dieser Eindruck trügt nicht. Zumal eine bald 20 Jahre bestehende Technische Universität wie die BTU in Cottbus bisher vom großen Kuchen nur bescheidene Stückchen abbekommen hat. Die Ansiedlung eines Helmholtz-Institutes auf einem der Spezialgebiete der Lausitzer Wissenschaftler - der Entwicklung neuer Technologien zur effizienten Nutzung der einheimischen Ressource Braunkohle - wäre Anerkennung der geleisteten Arbeit. Zunächst 90 Arbeitsplätze für wissenschaftliche Mitarbeiter, dazu die sichere 90-prozentige Finanzierung durch den Bund - das konzipierte und in Berlin eingereichte Konzept für ein "Forschungsinstitut Ressourcennutzung - FIRN Cottbus" wäre ein Segen für die BTU, für Cottbus und die Region. Was Sachsen damit zu tun hat? Dort hat der vermeintlich einzige Mitbewerber im Wettstreit um dieses neue Spitzeninstitut, die Bergakademie Freiberg, ebenfalls ein Konzept gemeinsam mit dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf abgegeben. Und die Sachsen sind siegessicher. Das mag auch daran liegen, dass die nicht zu unterschätzende politische Gemengelage eher für den Freistaat spricht. Immerhin hatte es die CDU-FDP-Koalition aus Dresden geschafft, das ursprünglich für Cottbus und die vor Ort zu erforschende CCS-Technologie zugeschnittene Institutsprofil im Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb in Berlin umzudeuten: Es blieb zwar beim Ansiedlungsort neue Bundesländer. Aber der Forschungsgegenstand wurde auf nachhaltige Ressourcennutzung erweitert. Rot-Rot in Potsdam konnte dabei nur zuschauen. Entscheidend für den Zuschlag dürfte dennoch ein überzeugendes Konzept sein, das eine internationale Jury bewertet. Das Forschungsgespann aus Cottbus und Potsdam hat dafür in die Waagschale geworfen, wofür es am Standort Cottbus bestens aufgestellt ist. Immerhin laufen bereits zahlreiche Projekte zum geschlossenen Kohlenstoff-Kreis. Auch dazu, den Klimakiller Kohlendioxid wieder für verwertbare Stoffe zu nutzen. Dazu forscht die BTU längst. Die Schlagzahl und die industrielle Umsetzung würde ein Spitzeninstitut allerdings erheblich beschleunigen.

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